Konzerte aktuell

Samstag, 18. November 2017, 18.00 Uhr
Erlöserkirche Lichtenberg,
Nöldnerstraße 43, 10317 Berlin

Sonntag, 19. November 2017, 18.00 Uhr
Magdalenenkirche Neukölln,
Karl-Marx-Str. 197, 12055 Berlin

Schattenstrahlen

Peter Cornelius (1824-1874)
Drei Psalmlieder nach J.S. Bach op. 13
Requiem (nach einem Gedicht von Fr. Hebbel) op.posth.

Robert Schumann (1810-1856)
Missa sacra c-Moll op. 147
(Fassung für Chor und Orgel)

Berliner Vokalkreis
Stefan Kießling – Orgel
Leitung: Johannes Raudszus

Eintritt frei, freiwilliger Kostenbeitrag (ca. 10-15 €) erbeten

 

2017 SchattenstrahlenDas Verhältnis von Kunst und Religion, der Gegensatz von Kunstreligion und religiöser Kunst beschäftigte Schumann und seine Zeitgenossen stark. Wie konnte eine Kirchenmusik aussehen, die gleichzeitig Konzertmusik auf der Höhe der Zeit sein sollte? Schumanns Antwort darauf entstand mit der Missa sacra c-Moll op. 147 und dem Requiem Des-Dur 1852 in Düsseldorf, wo Schumann als städtischer Musikdirektor neben Abonnementskonzerten jährlich vier große Konzerte in den beiden größten katholischen Kirchen der Stadt auszugestalten hatte. Eine Aufführung dieser beiden großen Werke für Soli, gemischten Chor und Orchester erlebte der Komponist nicht mehr. Eine von Schumann selbst stammende Fassung der Messe für Chor und Orgel erlaubt es Ensembles, die kleiner sind als die Massenchöre des 19. Jahrhunderts, dieses selten zu hörende Werk aufzuführen.

Peter Cornelius – ein Komponist aus dem Umfeld Franz Liszts und Richard Wagners und nicht mit dem gleichnamigen Maler zu verwechseln – ist heute noch durch die komische Oper „Der Barbier von Bagdad“ bekannt. Wieder sehr beliebt sind einige seiner Lieder. Viel zu selten sind dagegen seine Chorwerke zu hören. Zum Originellsten gehören seine Bearbeitungen von Tanzsätzen Bachs aus Cembalo-Suiten für vierstimmigen gemischten Chor mit eigenen Nachdichtungen von Psalmen. Aus Anlass des Todes von Friedrich Hebbel 1863 – Schumann hatte seiner „Genoveva“ ein Opernprojekt gewidmet – komponierte Cornelius ein sogenanntes „Requiem“ auf eine Dichtung Hebbels, in der das Weiterleben der Seelen der Verstorbenen behandelt wird.

Peter Härtling beschrieb seinen Roman „Schumanns Schatten“ im Untertitel mit „Variationen über mehrere Personen“. Ob tatsächlich schon Schatten auf Schumanns später Chormusik liegen oder woher das Leuchten im Requiem von Peter Cornelius kommt, möchte der Berliner Vokalkreis gemeinsam mit den Hörenden erkunden.