J. S. Bach – Markus-Passion (Fassung A. Fischer 2015)

Sonntag, 25. März 2018, 17.00 Uhr
Hoffnungskirche Pankow
Elsa-Brändström-Straße 33-36
13189 Berlin

Johann Sebastian Bach
Markus-Passion

Ergänzung nach dem Parodieverfahren
mit Kompositionen Johann Sebastian Bachs
von Andreas Fischer (2015)

Doerthe Maria Sandmann – Sopran; Ursula Thurmair – Alt
Kim Schrader – Tenor; Sebastian Bluth, Marcel Raschke – Bass
Berliner Vokalkreis,
Orchester Concertino Berlin auf Barock-Instrumenten
Leitung: Johannes Raudszus

Eintrittskarten Pankow:
Vorverkauf 13 bis 16 €
Tageskasse 15 bis 18 €
Ermäßigung für Schüler, Studenten, Arbeitslose
Vorverkauf:
Acoustic-Music-Store
Berliner Straße 29, 13189 Berlin
030 2929646
Pankebuch
Katrin Mirtschink u. Petra Wenzel
Wilhelm-Kuhr-Str. 5, 13187 Berlin
030 48479013
Tageskasse ab 16.00 Uhr

 

In einer Werkliste zählte Bachs erster Biograph Johann Nikolaus Forkel 1802: “Fünf Passionsmusiken, unter welchen eine zweychörige ist.” Die Matthäus- und Johannes-Passion sind seit dem späten 19. Jahrhundert, nicht zuletzt von Berlin aus, feste Bestandteile des öffentlichen Musiklebens geworden. Über weitere Kompositionen ist kaum etwas bekannt. Greifbar sind noch Textdrucke, die eine Passion nach dem Evangelisten Markus belegen, die mindestens 1731 und 1744 in Leipzig aufgeführt wurde. Leider sind keine Noten dieser Komposition erhalten. Schon um 1870 entdeckten Bachforscher, dass der Text von drei Arien und von den Rahmenchören erstaunlich gut auf die Musik einer Trauerode von 1727 auf den Tod einer sächsischen Kurfürstin passen. Das gab den Anstoß zu zahlreichen Versuchen, durch Neukomposition oder Ergänzung mit Werken von Bachs Zeitgenossen die Markuspassion wieder spielbar zu machen. Das außerdem genutzte Verfahren der sogenannten “Parodie”, vorhandener Musik einen neuen Text zu unterlegen, hatte Bach selbst oft angewendet. Große der Teile des Weihnachtsoratoriums und der h-Moll-Messe bestehen aus solchen Zweitverwendungen. Andreas Fischer, Kantor an der Hauptkirche St. Katharinen in Hamburg, hat das Parodieverfahren radikaler als andere vor ihm angewendet. In seiner Fassung von 2015 erleben wir 100% Bach bis hin zum Bericht des Evangelisten (Rezitative). Auch wenn Bach anders vorgegangen wäre, ist ein Werk entstanden, das ohne stilistische Brüche wunderbare Kompositionen Bachs vereint, die sonst nur selten zu hören und die hier auf überzeugende Weise mit dem Text der Passion verbunden sind.