Aktuelle Programme

Johann Sebastian Bach
Markus-Passion

Ergänzung nach dem Parodieverfahren
mit Kompositionen Johann Sebastian Bachs
von Andreas Fischer (2015)

In einer Werkliste zählte Bachs erster Biograph Johann Nikolaus Forkel 1802: “Fünf Passionsmusiken, unter welchen eine zweychörige ist.” Die Matthäus- und Johannes-Passion sind seit dem späten 19. Jahrhundert, nicht zuletzt von Berlin aus, feste Bestandteile des öffentlichen Musiklebens geworden. Über weitere Kompositionen ist kaum etwas bekannt. Greifbar sind noch Textdrucke, die eine Passion nach dem Evangelisten Markus Bach Markus-Passion Textbelegen, die mindestens 1731 und 1744 in Leipzig aufgeführt wurde. Leider sind keine Noten dieser Komposition erhalten. Schon um 1870 entdeckten Bachforscher, dass der Text von drei Arien und von den Rahmenchören erstaunlich gut auf die Musik einer Trauerode von 1727 auf den Tod einer sächsischen Kurfürstin passen. Das gab den Anstoß zu zahlreichen Versuchen, durch Neukomposition oder Ergänzung mit Werken von Bachs Zeitgenossen die Markuspassion wieder spielbar zu machen. Das außerdem genutzte Verfahren der sogenannten “Parodie”, vorhandener Musik einen neuen Text zu unterlegen, hatte Bach selbst oft angewendet. Große der Teile des Weihnachtsoratoriums und der h-Moll-Messe bestehen aus solchen Zweitverwendungen. Andreas Fischer, Kantor an der Hauptkirche St. Katharinen in Hamburg, hat das Parodieverfahren radikaler als andere vor ihm angewendet. In seiner Fassung von 2015 erleben wir 100% Bach bis hin zum Bericht des Evangelisten (Rezitative). Auch wenn Bach anders vorgegangen wäre, ist ein Werk entstanden, das ohne stilistische Brüche wunderbare Kompositionen Bachs vereint, die sonst nur selten zu hören und die hier auf überzeugende Weise mit dem Text der Passion verbunden sind.

 

 

 

Da pacem

Da pacem AkWerke von Balthasar Resinarius,
Heinrich Schütz,
Carlo Gesualdo di Venosa,
Johannes Brahms,
Rudolf Mauersberger,
Kurt Hessenberg,
Knut Nystedt,
Arvo Pärt

 

 

Schattenstrahlen

Späte Chorwerke
von Robert Schumann
(1810-1856)

Vier doppelchörige Gesänge op. 141

Missa sacra c-Moll op. 147Schattenstrahlen

Unter den etwa sechs Dutzend Chorwerken von Robert Schumann gelten die posthum als op. 141 veröffentlichten “Vier doppelchörigen Gesänge für größere Gesangvereine” als die bedeutendsten. Sie entstanden im Oktober 1849 für den Dresdner Chorgesangverein, den das Ehepaar Schumann erst vor weniger als zwei Jahren gegründet hatte. Die zugrundeliegenden Dichtungen von Friedrich Rückert, Joseph Christian Freiherr von Zedlitz und Goethe stehen auf der Grenze zwischen weltlicher und geistlicher Sphäre. Das Verhältnis von Kunst und Religion, der Gegensatz von Kunstreligion und religiöser Kunst beschäftigte Schumann und seine Zeitgenossen stark. Wie konnte eine Kirchenmusik aussehen, die gleichzeitig Konzertmusik auf der Höhe der Zeit sein sollte? Schumanns Antwort darauf entstand mit der Missa sacra c-Moll op. 147 und dem Requiem Des-Dur 1852 in Düsseldorf, wo Schumann als städtischer Musikdirektor neben Abonnementskonzerten jährlich vier große Konzerte in den beiden größten katholischen Kirchen der Stadt auszugestalten hatte. Eine Aufführung dieser beiden großen Werke für Soli, gemischten Chor und Orchester erlebte der Komponist nicht mehr. Eine von Schumann selbst stammende Fassung der Messe für Chor und Orgel erlaubt es Ensembles, die kleiner sind als die Massenchöre des 19. Jahrhunderts, dieses selten zu hörende Werk aufzuführen.

Peter Härtling beschrieb seinen Roman “Schumanns Schatten” im Untertitel mit “Variationen über mehrere Personen”. Ob die Schatten schon stärker über seiner späten Chormusik liegen als die Strahlen seiner Visionen, möchte der Berliner Vokalkreis gemeinsam mit den Hörenden erkunden.

 

 

Wege. – Grenzen. – Horizonte.

Chorkonzert a cappella
mit Werken von
Gottfried August Homilius, Ernst Friedrich Richter,
Wilhelm Weismann, Ernst Pepping

 

WGH KGottfried August Homilius
(1714-1785)
Motetten

Ernst Pepping
(1901-1981)
“Das gute Leben”

Wilhelm Weismann
(1900-1980)
Psalm CXXI

Ernst Friedrich Richter
(1808-1879)
Psalmmotetten