Aktuelle Programme

Schattenstrahlen

Späte Chorwerke
von Robert Schumann
(1810-1856)

Vier doppelchörige Gesänge op. 141

Missa sacra c-Moll op. 147Schattenstrahlen

Unter den etwa sechs Dutzend Chorwerken von Robert Schumann gelten die posthum als op. 141 veröffentlichten “Vier doppelchörigen Gesänge für größere Gesangvereine” als die bedeutendsten. Sie entstanden im Oktober 1849 für den Dresdner Chorgesangverein, den das Ehepaar Schumann erst vor weniger als zwei Jahren gegründet hatte. Die zugrundeliegenden Dichtungen von Friedrich Rückert, Joseph Christian Freiherr von Zedlitz und Goethe stehen auf der Grenze zwischen weltlicher und geistlicher Sphäre. Das Verhältnis von Kunst und Religion, der Gegensatz von Kunstreligion und religiöser Kunst beschäftigte Schumann und seine Zeitgenossen stark. Wie konnte eine Kirchenmusik aussehen, die gleichzeitig Konzertmusik auf der Höhe der Zeit sein sollte? Schumanns Antwort darauf entstand mit der Missa sacra c-Moll op. 147 und dem Requiem Des-Dur 1852 in Düsseldorf, wo Schumann als städtischer Musikdirektor neben Abonnementskonzerten jährlich vier große Konzerte in den beiden größten katholischen Kirchen der Stadt auszugestalten hatte. Eine Aufführung dieser beiden großen Werke für Soli, gemischten Chor und Orchester erlebte der Komponist nicht mehr. Eine von Schumann selbst stammende Fassung der Messe für Chor und Orgel erlaubt es Ensembles, die kleiner sind als die Massenchöre des 19. Jahrhunderts, dieses selten zu hörende Werk aufzuführen.

Peter Härtling beschrieb seinen Roman “Schumanns Schatten” im Untertitel mit “Variationen über mehrere Personen”. Ob die Schatten schon stärker über seiner späten Chormusik liegen als die Strahlen seiner Visionen, möchte der Berliner Vokalkreis gemeinsam mit den Hörenden erkunden.

 

 

Wege. – Grenzen. – Horizonte.

Chorkonzert a cappella
mit Werken von
Gottfried August Homilius, Ernst Friedrich Richter,
Wilhelm Weismann, Ernst Pepping

 

WGH KGottfried August Homilius
(1714-1785)
Motetten

Ernst Pepping
(1901-1981)
“Das gute Leben”

Wilhelm Weismann
(1900-1980)
Psalm CXXI

Ernst Friedrich Richter
(1808-1879)
Psalmmotetten